29.03.2019
von Raiko

Wir wollen weiterfêten – aber nur mit Planungssicherheit

Die Planung für die 15. Fête de la Musique ist in vollem Gange – in diesem Jahr haben uns 174 Musiker*innen-Bewerbungen von Potsdam bis England erreicht und 48 Bühnenpartner angemeldet, darunter zahlreiche Neulinge. Gerne würden wir unsere Energie ausschließlich in die Organisation der Veranstaltung stecken. Aktuell sind wir aber noch vollauf damit beschäftigt, die Veranstaltung auf finanziell stabile Beine zu stellen. Gestern waren wir zu Gast im städtischen Kulturausschuss und haben die Fête de la Musique inklusive unserer Herausforderungen und Probleme vorgestellt.

Wenn ehrenamtliches Engagement an seine Grenzen stößt

Das wir die Fête de la Musique hier bei uns in Potsdam feiern, verdanken wir unseren „Gründungsfêtern“ Raiko Moeller, Jan Wischer und Juliane Riedel. 2004 waren sie noch zu dritt, ab 2008 bekamen sie Verstärkung und traten seitdem gemeinsam in Gestalt des Kulturtänzer e.V. auf. Seitdem ist die Veranstaltung unheimlich gewachsen und wir freuen uns sehr, dass sich die Fête bei euch allen so großer Beliebtheit erfreut.

Während die Fête für die meisten von euch nicht mehr und nicht weniger als der 21. Juni ist, gilt bei uns im Verein: NACH der Fête ist VOR der Fête. Denn über die Jahre ist proportional zur Größe der Veranstaltung natürlich auch der Aufwand gestiegen, den die Ausrichtung eines Festivals solcher Größe mit sich bringt. Diesen Aufwand können wir nicht mehr allein durch das bestehende ehrenamtliche Engagement stemmen.

Deswegen werden sowohl die Projektkoordination als auch die Menschen, die unsere schönen bunten Kommunikationsmittel erstellen, von uns honoriert. Das Ehrenamt bei der Fête tritt vor allem am 21. Juni zutage, wo alle Vereinsmitglieder ausnahmslos mit anpacken und den längsten Tag des Jahres gemeinsam wuppen. Darüber hinaus engagieren sich unsere Vereinsmitglieder hauptsächlich in den Bereichen Booking, Bühnenplanung und Content-Erstellung für die Internetseite und die sozialen Medien.

Safety first – Antragsverfahren vs. Planungszyklus

Leider stehen wir trotz der positiven Bewegungen in der Potsdamer Förderlandschaft (Stichwort: Festivalförderung!) noch immer vor den gleichen Herausforderungen wie vor vier Jahren, als wir die Fête de la Musique – einige von euch erinnern sich vielleicht noch –aufgrund einer massiven Kürzung unserer beantragten Fördersumme absagen mussten.

Was in jedem Jahr kollidiert sind unser Planungszyklus und die städtischen Antragsfristen. Bereits im November müssen wir in die Umsetzung der Fête de la Musique gehen, indem wir den Bewerbungsprozess zuerst ankündigen und kurze Zeit später starten, um anschließend die zeitintensive Verkupplungsphase von Bühnen und Musiker*innen vorzunehmen.

Dem Gegenüber stehen die Antragsfristen für die städtischen Förderprogramme. Bis zum 31. Oktober kann man in Potsdam einen Antrag auf Projekt- oder Festivalförderung stellen. Die Anträge werden durch eine Jury geprüft und Ende Februar werden die Entscheidungen der Jury mitgeteilt.

Das heißt, wir stellen jedes Jahr erst zu dem Zeitpunkt einen Antrag, wenn wir bereits mit der Umsetzung starten müssen. Wiederum bekommen wir erst dann eine Information über die Höhe der Förderung, wenn ein elementarer Bestandteil unserer Veranstaltungsplanung – nämlich das Booking – bereits abgeschlossen ist.

Für unseren Verein bedeutet das ein erhebliches organisatorisches Risiko. Hinzu kommt, dass uns seitens der Jury von den diesjährig beantragten 30.000 € leider nur 20.000 € – also rund ein Drittel weniger – in Aussicht gestellt wurden. Mit 10.000 € weniger als beantragt ist die Veranstaltung im beantragten Rahmen allerdings nicht umsetzbar.

Wir freuen uns, dass unsere Probleme und unsere daraus resultierenden Forderungen in der gestrigen Kulturausschuss-Sitzung auf offene Ohren und Verständnis getroffen sind und hoffen sehr, dass hier schnell Lösungen gefunden werden.

Aktuell stehen wir in einem intensiven Kontakt mit potentiellen Fördergebern und dem Kulturamt, um unsere derzeitige Finanzlücke zu schließen. Von der ProPotsdam gab es bereits ein positives Signal, sodass wir aktuell nur noch rund 5.000 € zusammen kriegen müssen. Vielen herzlichen Dank dafür, liebe ProPotsdam!

Fête de la Fûtûre

Für eine Fortsetzung der Fête de la Musique in 2020 und darüber hinaus ist für unseren Verein Planungssicherheit das A und O. Wie sich diese generiert – ob durch den Ausspruch mehrjähriger Förderzusagen durch den kommunalen Haushalt oder durch ein angepasstes Antragsverfahren, welches die Antragstellenden frühzeitig über die Förderhöhe bzw. -absage informiert – sei dahingestellt. Definitiv bedarf es zukünftig einer vollumfänglichen Förderung in der diesjährig beantragten Höhe, um die Veranstaltung weiterhin umsetzen zu können.

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